© kellerundlieder.de, Berlin

Allianz Foundation Fellows

Vordenken.

In ihrem Fellowship-Programm fördert die Allianz Foundation Vordenker*innen, die sich ideenreich und lösungsorientiert mit den drängenden Herausforderungen unserer Zeit befassen. 

Unsere Fellowships richten sich an Menschen, die jenseits der Norm nach neuen Ansätzen suchen, um Missstände zu überwinden. Sei es im Kontext ihres künstlerischen Schaffens, ihrer zivilgesellschaftlichen Initiative, ihres wissenschaftlichen Arbeitens – oder an der Schnittstelle dieser Felder.

Die Fellows der Allianz Foundation werden in der Regel über einen Zeitraum von zehn Monaten gefördert. Im Zuge des Stipendiums entwickeln sie Kunstwerke, Veranstaltungsformate, Plattformen, Prototypen, neue Narrative und vieles mehr. Die Fellows bilden ein europaweites Netzwerk, das auch über die individuelle Förderung hinaus Bestand hat und wächst. Durch ihre Zusammenarbeit mit anderen Initiativen der Allianz Foundation – wie den Allianz Foundation Hubs – entstehen kreative Synergien.
 
Die Fellows sind Partner*innen der Allianz Foundation in ihrem Einsatz gegen Nationalismus und Ausgrenzung, für Chancengerechtigkeit, Offenheit und eine lebenswerte Umwelt.

Missstände überwinden: unsere aktuellen Fellows

Claudia Zini 

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Foto: Umut Baltaci

„Kunst kann helfen zu heilen.“

Claudia Zini kuratiert Safe Spaces, in denen sich Menschen der Frage widmen, wie Kunst dabei helfen kann, Gewalt und Trauma zu verarbeiten. Dort lernen sie Künstler*innen kennen, die Krieg oder Genozid überlebt haben. 

Claudia Zini lebt und arbeitet in Sarajevo, wo sie 2018 Kuma International gründete – ein gemeinnütziges Forschungs- und Bildungszentrum, das sich der bildenden Kunst aus Postkonfliktgesellschaften widmet. 2019 gehörte Claudia zu den Kurator*innen des Pavillons von Bosnien und Herzegowina auf der Biennale von Venedig. 2025 wurde sie für ihr Engagement in der kulturellen Diplomatie und ihre gesellschaftlich engagierte Praxis als Cavaliere dell'Ordine della Stella d'Italia ausgezeichnet. Sie promovierte am Courtauld Institute of Art in London. 

Elena Tacu

„Kollektiv trauern wir um den Wald, kollektiv lassen wir die Hoffnung wachsen.“

Elena Tacu unterstützt lokale Aktivist*innen dabei, Klima-Trauer zu verarbeiten und gemeinsame Hoffnung zu finden, indem sie ein kollektives Buch mit Geschichten und Kunstwerken gestaltet.  

Sie wuchs in der Republik Moldau auf dem Land auf und fühlt sie sich seit ihrer Kindheit der Natur verbunden. 2017 startete sie eine Plastikrecycling-Initiative und fand so in die Umweltbewegung. In der Überzeugung, dass Bildung zentral für sozialen Wandel ist, wurde Elena Trainerin und Facilitatorin in der non-formalen Bildung, in der Republik Moldau und international. Acht Jahre engagierte sie sich bei der NGO EcoVisio und spezialisierte sich auf Gemeinschaftsarbeit. Elena schuf Räume für horizontales Lernen und kollektives Sinnstiften. Als intersektionale Aktivistin engagiert sie sich zudem für Tierrechte, feministische, queere und insbesondere klimabezogene Anliegen und war Teil von Fridays for Future Moldova. 

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Hajnalka Somogyi

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Foto: The Orbital Strangers Project

„Kunst findet immer ihren Weg. Infrastruktur aufzubauen bedeutet, Künstler*innen zu unterstützen, ihr Publikum zu schützen und ihre gesellschaftliche Reichweite zu erweitern.“

Hajnalka Somogyi ist Kuratorin und Managerin zeitgenössischer Kunst, bekannt als Gründerin, Leiterin und Co‑Kuratorin der OFF‑Biennale Budapest, ein bedeutendes internationales Grassroots Kunstprojekt, das sie seit 2014 leitet. Außerdem ist sie Professorin am Art and Design Theory Institute der Budapest Metropolitan University. Hajnalka Somogyi kuratierte umfangreich in Ungarn und international, darunter als Gastkuratorin des Tropical Lab Programms am LaSalle College of the Arts in Singapur in den Jahren 2023 und 2024. 

Zuvor war sie Redakteurin von artmagazin.hu, Kuratorin am Ludwig Museum – Museum of Contemporary Art, Budapest, sowie zwischen 2001 und 2006 am Trafo – House of Contemporary Arts, Budapest. Zudem war sie Mitgründerin der unabhängigen Kunstinitiativen Dinamo und Impex, beide in Budapest. 

Luka Knežević Strika

„Wenn die Systeme uns vergessen, sind wir füreinander da.“

Luka Knežević Strika arbeitet mit Künstler*innen und lokalen Gemeinschaften zusammen, um übersehene Räume und Geschichten zu schützen und Menschen über Grenzen hinweg zu verbinden, damit sie gemeinsam etwas aufbauen können, anstatt getrennt zu bleiben. Er ist Fotograf und Bildender Künstler und wirkt in zahlreichen selbstorganisierten Initiativen mit, darunter Künstlerkollektive, selbstverwaltete Kunsträume, Residenzprogramme und Auszeichnungen wie Belgrade Raw, Simply Put, Probate Gallery, Commendation und Multimadeira. 

Er hat Projekte zur Unterstützung von Migrant*innen und Jugendlichen geleitet und 2013 das Jahresprogramm der Artget Gallery im Kulturzentrum Belgrad kuratiert. Luka ist Vorstandsmitglied von Kooperativa und Fundaction und leitete zuvor den Verband der Unabhängigen Kulturszene Serbiens. 

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Foto: Sanja Radulovic

Olha Boiko 

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Foto: Ecodiya

„Baue die Zivilgesellschaft deines Landes auf, als hinge dein Überleben davon ab.“

Olha Boiko ist Facilitatorin, Beraterin für Community-Building und Expertin für Organisationsentwicklung mit über zehn Jahren Erfahrung in der Stärkung der Zivilgesellschaft in der Ukraine und darüber hinaus. Von 2019 bis 2025 leitete sie das Climate Action Network Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien und kehrte 2026 als Vorstandsmitglied zurück. 

Mit einem Masterabschluss in NGO-Management verfügt sie über umfassende Kompetenzen im Netzwerkaufbau, Fundraising, Personalführung und in der Moderation multikultureller Dialoge. Olha ist Co-Autorin des Community-Building-Leitfadens Hurtuimos’ („Let’s Get Together“) und berät Führungskräfte zu wertebasierter Strategie und Gruppendynamiken. Zudem analysiert sie Organisationskapazitäten für die Plattform Philanthropy in Ukraine und ist Mitglied im Vergabekomitee des Dalan Fund. 

Pierluigi Bizzini

„Lokales mit Globalem verbinden – und Globales mit Lokalem.“

Der Journalismus, den Pierluigi Bizzini praktiziert, ist in Kooperation und gegenseitigem Verständnis verwurzelt und bringt Geschichten hervor, die die Welt verändern können. Der in Sizilien ansässige unabhängige Journalist ist Mitglied des FADA Collective. 

Seine Arbeit konzentriert sich auf Migration, Extraktivismus und Umweltthemen in Sizilien und im weiteren Mittelmeerraum. Seine Reportagen erschienen unter anderem in Die Zeit, Al Jazeera, IrpiMedia und EUobserver, und 2024 wurde er für den European Press Prize nominiert. Zudem arbeitet er als Kurator bei The Syllabus und engagiert sich für kollaborativen, partizipativen Journalismus, der benachteiligte ländliche Gemeinden in Süditalien unterstützt. 

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Taras Gembik

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Photo: Yulia Krivich

„Wenn wir nicht denen zuhören, die am leises­ten sprechen, können wir nie wirklich die Geschichte verstehen, die wir alle miteinander teilen.“

Taras Gembik nutzt Kunst und Poesie, um Menschen zu verbinden, einander zu unterstützen und Zugehörigkeit zu schaffen. Der aus Kamin-Kaschy­rskyj in der Ukraine stammende und in Warschau lebende Poet, Kurator und Aktivist arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Bildung und Community-Building und schafft Plattformen für Migrant*innen, Geflüchtete und Menschen, die soziale Ausgrenzung erfahren. 

Er ist Mitbegründer des BLYZKIST-Kollektivs und der GALAS-Initiative und co-leitet den AntiCrisis Club, der Menschen in Wohnungslosigkeit durch kulturelle Teilhabe unterstützt. Zudem arbeitet er mit kulturellen und sozialen Institutionen zusammen, kuratiert Programme an der Zachęta – Nationalgalerie in Warschau, studiert Angewandte Soziologie und veröffentlichte 2025 seinen ersten Gedichtband Nieskończone teraz (The Infinite Now). 

Tarik Belkadis

„Wie Joseph Ki‑Zerbo sagte: ‚Wenn wir aufgeben, sind wir tot.‘“ 

Tarik Belkadis Aktionsforschung konzentriert sich auf Genossenschaften in Frankreich, Spanien und Italien. Seine Arbeit bringt Migrant*innen zusammen, um gemeinsame Strategien der gegenseitigen Unterstützung zu entwickeln und materielle Autonomie sowie politische Handlungsmacht als Antwort auf Rassismus und anhaltende Krisen aufzubauen. 

Als Mitbegründer der A4 association ist er seit vielen Jahren in Projekten engagiert, die politische Autonomie fördern. Darunter versteht er zum einen die Möglichkeit für Menschen, die von systemischen Ungleichheiten betroffen sind, selbstbestimmt über ihr Leben zu entscheiden. Zum anderen ist damit ihre Subsistenzautonomie gemeint, also materielle und finanzielle Unabhängigkeit. Tarik Belkadis Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Migration, Antirassismus, Ökologie und ländlichen Gemeinschaften. 

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Foto: Fleur Mounier

A portrait of Allianz Foundation project manager Alban Genty

Alban Genty © Marcel Wogram

Ihre Ansprechperson: Alban Genty

Haben Sie Fragen zu unserem Fellows Programm? Dann wenden Sie sich bitte an Alban.

Alban Genty entwickelt Formate im Fellowship-Programm der Allianz Foundation. Daneben ist er für Projekte im Bereich der europäischen Zivilgesellschaft, besonders zu Fragen von Rechtsstaatlichkeit, unabhängigen Journalismus und Tech, zuständig.

alban.genty@allianzfoundation.org

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Unsere ersten Fellows: Die Jahrgänge 2023 und 2024

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ASSEMBLED: Performance & Wahllokal der Zukunft

nothinghalf nothingwhole - Verdiana Albano

"On the Vastness of our Identities" – Fotoausstellung zu afro-europäischen Identitäten

Porträtbild von Maja Göpel.

„Unsere Gesellschaft zukunftsfähig machen“ - Ein Gespräch mit der Transformationsforscherin Maja Göpel

Four women are sitting in a park on a blanket and are watching and learning while one of them is showing them how to spin.

Vier Monate in Tarabya

Makan Fofana

Unser neuer Fellow Makan Fofana: Mastermind des Turfurism