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Umfrage veröffentlicht: Allianz Foundation Risktaker Pulse

Ziel der Befragung war es, mehr über den Einfluss und die Bedarfe von Risktakern zu erfahren. Der Allianz Foundation Risktaker Pulse liefert im Hinblick darauf wertvolle Einblicke und Anregungen.

Europa braucht mehr zivilgesellschaftliches Engagement. 

Die Zivilgesellschaft in Europa springt immer häufiger dort ein, wo staatliche Strukturen zu kurz greifen. Der Krieg in der Ukraine verdeutlicht dies, so etwa im Falle geflüchteter Frauen, die sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten unermüdlich, um ihnen und anderen schnell und unbürokratisch zu helfen. Doch ihr Einsatz birgt Risiken: Attacken in den sozialen Medien, gerichtliche Klagen und persönliche Angriffe sind keine Seltenheit. Das zeigt die Umfrage Allianz Foundation Risktaker Pulse, die in fünf europäischen Ländern durchgeführt wurde.

Working in this kind of organization is not just simply a job. It takes much more energy than that because […] people are going through very traumatic experiences and once this is someone very close to you it takes a huge toll on your psychological and emotional life.
Ðorđe Jovanović, European Roma Rights Centre, United Kingdom 

Die Befragung, die im Auftrag der Allianz Foundation durchgeführt wurde, basiert auf Tiefeninterviews mit 59 Vertreter*innen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien und Polen. Ziel war es, mehr über den Einfluss und die Bedarfe von Risktakern zu erfahren, also Menschen und Organisationen, die mit viel Mut für eine lebenswerte Welt einstehen. 

Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine, der den Untersuchungszeitrum prägte, bestimmt ihre derzeitige Arbeit: Finanzielle Mittel, organisatorisches Know-how und zielgruppenspezifische Expertise wurden kurzfristig für den Einsatz in Kriegsgebieten und für Geflüchtete aktiviert. Die Befragung zeigt: Gerade dort, wo staatliches Handeln Defizite aufweist, kann die Zivilgesellschaft helfen. 

“Right now, the war in Ukraine I mean, [...] it’s a war in Europe, it’s a war in our backyard. And it is a very very worrying and very alarming situation and we don‘t know where it’s going to go.” - Marilli Mastrantoni, Theatre Entropia, Griechenland 

Ihr unermüdlicher Einsatz für die Menschen in der Ukraine stellt Risktaker vor gewaltige Herausforderungen. Doch auch abseits des Kriegs geraten viele von ihnen zunehmend unter Druck, besonders diejenigen, die sich für die Rechte von Zugewanderten und der LGBTQ+ Gemeinschaft einsetzen. Sie berichten von regelmäßigen Attacken und Schmierkampagnen in den sozialen Medien. Aber die Bedrohung geht häufig darüber hinaus und reicht bis hin zu gerichtlichen Klagen gegen sie und ihre Organisationen sowie persönliche Angriffe. Die Folge: Einige der Interviewten klagen über psychischen Stress und Überforderung. 

Für die europäische Zivilgesellschaft und ihre Finanziers liefert die explorative Untersuchung wertvolle Einblicke und Anregungen, auch auf die Frage hin, wie die grenzübergreifenden Netzwerke von Risktakern in Zukunft mehr Wirkung entfalten können. 

Zamzam Ibrahim

Stimmen aus der Befragung

“The most important thing is to show up in any way you can, each and every time, bringing your skills, your network and your passion. If you are not willing to be part of the solution then you are by default a part of the problem. Just by showing up, you will inspire others to do the same and that is how movements are made” - Zamzam Ibrahim, Students Organising for Sustainability, United Kingdom (picture © Benny Johnson). 

Julia Kloiber

Stimmen aus der Befragung

“It’s all about growing the ecosystem. Civil society organizations often have a good overview of emerging talent in the field. They know best what support new organizations need […] Unbureaucratic small grants are underestimated in terms of their impact. They can give non-profit organizations the flexibility they need when bootstrapping a project or when they have to move fast on a topic”  - Julia Kloiber, Superrr Lab, Germany (picture © Marzena Skubatz).

Caroline Hickson

Stimmen aus der Befragung

“I think the arts and culture are huge, and that’s when I talk about scaling our efforts, that’s the thing that would really excite me. […] You have to make sure that you are not just in the cultural spaces where liberals are. We must also be actively addressing people in the middle ground” - Caroline Hickson, International Planned Parenthood, Europe (picture © IPPF).

Ihre Ansprechperson: Head of Research Dr. Simon Morris-Lange

Haben Sie Fragen zum Allianz Foundation Study-Programm oder dem Allianz Foundation Risktaker Pulse? Dann wenden Sie sich bitte an Simon.

Dr. Simon Morris-Lange entwickelt die praxisorientierte Forschungsagenda der Allianz Foundation. Er verantwortet die Forschungsreihe Allianz Foundation Study, die untersucht, wie sich junge Menschen in Europa eine lebenswerte Zukunft vorstellen – und was sie bereit sind, konkret dafür zu tun.

simon.morris-lange [at] allianzfoundation.org

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Simon Morris-Lange © Marcel Wogram