INLAND: unser Hub in Spanien

INLAND ist eine 2009 gegründete kollaborative Plattform. Sie bietet eine Plattform für verschiedene Akteure, die in der landwirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Produktion tätig sind. Außerdem will die kollaborative Agentur in den Bergen Nordspaniens den ländlichen Raum als Ort für Veränderungen stärken. Von ihrem ländlichen Hauptsitz in den Bergen Nordspaniens aus, mit weiteren Zentren in Madrid und Mallorca, hinterfragt sie die im Kunstsystem vorherrschende Dynamik von Zentrum und Peripherie.

People are sitting around a cheese. One person sits in the middle and cuts the cheese. There is one dimmed light shining.

INLANDs goat cheese ceremony © INLAND

“Im Moment ist es wichtig, die Prinzipien der Sozialen Ökologie in der Praxis zu erproben, und nicht im bloßen Gedankenspiel.”
INLAND

Die Allianz Foundation Hubs sind ein europäisches Netzwerk regionaler Plattformen aus Kultur, Zivilgesellschaft und Klimaschutz, die an Lösungen zu den drängenden Fragen unserer Zeit arbeiten. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, braucht es neue Wege des Austauschs und der Zusammenarbeit. Und eine gemeinsame Vision. 

 Was ist eure Vision?

“Unsere Mission ist nicht nur, die Bedeutung des ländlichen Raums und einheimischer Kulturen zu thematisieren. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel des nicht nachhaltigen Entwicklungsmodells in Europa angesichts des drohenden ökosozialen Zusammenbruchs. Wir fördern und praktizieren eine neue Ländlichkeit als eine Möglichkeit, sowohl aktuelle kulturelle Dynamiken als auch die Auswirkungen der Agrarindustrie, des Tourismus oder bestimmter Formen des Naturschutzes auf ländliche Gemeinschaften zu hinterfragen. Wir haben diese Idee in einem Drei-Wörter-Manifest zum Ausdruck gebracht: Kunst, Territorium, sozialer Wandel. Damit legten wir den Grundstein für unsere Aktivitäten, die von Forschung über Ausbildung bis zur Produktion reichen. Unsere künstlerische und agrarökologische Produktion zielt darauf ab, finanziell autonom zu sein. Wir erproben Modelle, die in anderen ländlichen Gebieten reproduziert werden können und Brücken schlagen. Wir glauben, dass es in diesem Moment wichtig ist, die Prinzipien der Sozialen Ökologie in der Praxis zu erproben, um nicht im bloßen Spiel der symbolischen Darstellungen und kreisenden Erklärungen zu verharren, in das die zeitgenössische Kunst so oft verfällt, wenn sie ein Interesse an Umweltfragen bekundet.”

Was macht ihr ganz konkret?

“INLAND hat sich in den 15 Jahren seines Bestehens ständig weiterentwickelt. Es begann damit, den Stellenwert des ländlichen Raums in der zeitgenössischen Kultur hervorzuheben und einen Raum der Investigation und Praxis zu eröffnen, indem wir mit Künstlern in 22 Dörfern im ganzen Land zusammenarbeiteten. Im Laufe der Jahre haben wir verschiedene Formen der künstlerischen Intervention in ländlichen Gebieten erprobt. Nun konzentrieren wir uns nun auf die Entwicklung und Förderung von Communities of Practice, insbesondere in einem ehemals verlassenen Dorf, das wir wiederbelebt haben, und das als Basis für die Shepherds School und die Inland Academy, zwei unserer pädagogischen Initiativen, dient. Wir veröffentlichen Bücher, beteiligen uns an Ausstellungen und stellen Käse aus unserer Schaf- und Ziegenherde her. Außerdem koordinieren wir nomadische und transhumante Hirtennetzwerke auf regionaler und globaler Ebene und betreiben politische Lobbyarbeit und Mobilisierung. Wir experimentieren mit kulturellen Nutzungsformen, um aktuellen territorialen Herausforderungen zu begegnen, und begleiten andere landbasierte Kunstprojekte zur Besiedlung.”

A hut in the spanish mountains

Infrastructure for INLAND’s shepherd and its sheep flock in the Spanish mountains during the summer © Allianz Foundation.

People walking over green hills

Field visit of INLAND’s headquarter by a group of young international art students © Allianz Foundation.

Wer ist in eurem Team und mit wem arbeitet ihr?

“Wir arbeiten mit den Nachbar*innen und Gemeinschaften in der Umgebung unserer Aktionsräume sowie mit dem künstlerischen Bereich auf internationaler Ebene zusammen. Wir bilden junge Praktiker*innen aus, die an Pastoralismus, Kunst und Agrarökologie interessiert sind. Und wir arbeiten mit globalen sozialen Bewegungen für souveräne Nahrungsmittelproduktion zusammen, von den Netzwerken der Hirtenvölker und der indigenen mobilen Völker bis hin zu anderen Verbündeten. Wir nehmen auch Einfluss auf politische Entscheidungsträger auf verschiedenen Ebenen, sowohl auf lokaler als auch auf UN-Ebene.”

Welche Erwartungen habt ihr an die Zusammenarbeit mit dem Allianz Fondation Hubs Netzwerk?

“Wir wollen von anderen Projekten, die interessante Programme entwickeln, lernen, uns mit ihnen austauschen und gemeinsame Maßnahmen formulieren, die das Beste aus jedem Partner herausholen. Dies wird uns ermöglichen, die Infrastruktur in unserem Tätigkeitsfeld zu entwickeln, das Team zu unterstützen, funktionaler zu werden und noch besser und effektiver in unserem Umfeld zu wirken.”

A wooden hut in the woods is under construction

Der Cheese Pavilion, Teil des Beitrags von INLAND zur documenta 15. Derzeit wird der Pavillon in der Nähe der Zentrale von INLAND im Norden Spaniens wieder aufgebaut © INLAND.

A shop of the Allianz Foundation Hub INLAND. The shop is offering merchandise and food products

In ihren Räumen in Madrid verkauft INLAND Lebensmittel und Merchandise aus eigener Produktion © Allianz Foundation.

Goats on a fields in the spanish mountains. The sky is blue and in the background there are green hills.

Eine von INLANDs Ziegenherden in den Bergen im Norden Spaniens © Allianz Foundation.

>