
Sustainable Cities
Die Allianz Foundation unterstützt die Nachhaltigkeitstransformation in und von Städten in Europa um damit zu einem lebenswerten Planeten beizutragen.

Time for humankind to grow up.
Im Pariser Klimaabkommen haben sich die Staaten der Erde verpflichtet, den Planeten auch für künftige Generationen bewohnbar zu halten und die globale Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dieses Ziel ist möglicherweise jetzt schon verfehlt. 2024 war das erste Jahr, das durchschnittlich 1,5 Grad wärmer war als in vorindustrieller Zeit. Bei der aktuellen Politik vieler Regierungen ist eine Erderhitzung um 2,6 Grad bis 2100 wahrscheinlich, einige Klimaforscher sehen aber auch ein Risiko, dass die 3 Grad-Marke schon bis 2050 erreicht wird. Das Zeitfenster, um die Erwärmung in einem noch tragbaren Rahmen zu halten, schließt sich rasch. Der Fokus verschiebt sich zunehmend davon, ein Überschreiten der 2,0-Grad-Grenze zu verhindern, hin zu der Frage, wie sich Ausmaß und Dauer dieses Überschreitens begrenzen lassen. Klimaschutz und Klimaanpassung verstärken sich gegenseitig und müssen gemeinsam vorangetrieben werden.
Klima- und Umweltschutz wird in vielen Ländern durch Instrumentalisierung gesellschaftlichen Unmuts gefährdet, etwa angesichts steigender Energiepreise. Zunehmender Nationalismus und mangelnder internationaler Austausch gefährdet die globalen Bemühungen um Umwelt- und Klimaschutz – und damit eine chancengerechte Zukunft für alle.
Für einen lebenswerten Planeten: Sustainable Cities
Auf dem Weg zu einem klimaneutralen, lebenswerten Planeten richten wir unseren Blick auf die Städte Europas.
Städte sind in besonderem Maße von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen, die sie zugleich verstärken.

Die ökologische Dimension urbaner Räume
Sie sind Heimat für drei Viertel der europäischen Bevölkerung, rund 340 Millionen Menschen allein in der EU. Das macht Städte zu Zentren für Talent, Kreativität, Innovation und demokratisches Leben. Gleichzeitig bedeutet es, dass die Entscheidungen, die hier getroffen werden, besonderes Gewicht haben.
Städtisches Leben und urbane Bautätigkeit verursachen einen großen Teil der europäischen Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung und andere Umweltbelastungen. Verdichtete urbane Räume sind vielfach anfällig für Klimakrisenfolgen wie Überflutungen oder Hitzewellen. Europa erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt und seine Städte besonders: Beton und Asphalt speichern tagsüber die Sonnenwärme und halten die Temperaturen so auch nachts auf einem höherem Niveau. Verkehr und Klimaanlagen erzeugen zusätzliche Wärme. Zusätzlich sind städtischer Flächenverbrauch sowie die Umweltbelastung und der Ressourcenbedarf der gebauten Umwelt zentrale Treiber des Biodiversitätsverlusts.
Die soziale Dimension urbaner Räume
Städte sind zudem Orte wachsender Ungleichheit und Wohnraum steht dabei in vielen europäischen Regionen genau im Zentrum dieser Herausforderungen. Der faire Zugang zu bezahlbaren, angemessenen Wohnungen wird zu einer der drängendsten städtischen Fragen Europas. Wie wir unsere Nachbarschaften bauen und umbauen, prägt nicht nur die Resilienz unserer Lebensräume, sondern auch den Zusammenhalt unserer Gesellschaften. Doch (vermeintliche) Lösungen übersehen oft ihre ökologischen Kosten: Neubauten entstehen weiterhin, während bestehender Raum ungenutzt bleibt – mit der Folge von weiterem Flächenverbrauch und zusätzlichen Emissionen.
Deshalb setzen wir u.a. auf das Potenzial, das in unseren Städten bereits vorhanden ist. Z.B. kann vielfach die Umnutzung oder Anpassung bestehender Gebäude schneller und günstiger bezahlbaren, klimaschonenden Wohnraum schaffen als Neubauten. Dazu zählen z.B. energetische Sanierungen, Flächenumverteilung oder die Reaktivierung leerstehender Immobilien – allesamt Wege, die Emissionen des Neubaus zu vermeiden. Gleichzeitig hilft es, Stadtbewohner*innen eine echte Mitgestaltungsmöglichkeit am städtischen Leben zu geben, um die nachhaltige Entwicklung voranzutreiben, die unsere Städte dringend brauchen.

